Nachruf auf Werner Kraft, Ehrenmitglied

Leider müssen wir von unserem Clubkameraden Werner Kraft Abschied nehmen.

Wenige Wochen vor seinem 103. Geburtstag verstarb unser Ehrenmitglied Werner Kraft nach einem arbeitsreichen und erfüllten Leben. Der bekannte Bauunternehmer kam unmittelbar nach dem Kriegsende mittellos aus seiner Heimat Ostpreußen in die kriegszerstörte Stadt Würzburg. Als Bauingenieur erkannte er die Notwendigkeit, rasch am Wiederaufbau mit zu wirken, um der obdachlosen Bevölkerung ein Dach über dem Kopf zu bieten.

Mit seinem Wagemut, seinem Ideenreichtum und seiner zähen Arbeit gelang ihm rasch die Gründung einer Firma, die in allen Bereichen des Bauens tätig wurde. Neben Wohnungsbau waren auch bedeutende Projekte im öffentlichen Bereich zu bewältigen, z.B. das Mozartgymnasium, die Regierung von Unterfranken, das Stadttheater, das Müllheizwerk, Betriebs- und Geschäftsbauten,  zwei Hochhauskomplexe am Heuchelhof usw. 

Wir sprechen seiner Frau Helga, seinem Sohn Hans-Werner mit Ehefrau Julia und 5 Kindern, sowie Tochter Ursula (Ursi) mit Ehemann Viktor Nußbaumer mit 3 Kindern und 6 Enkeln unsere herzliche Anteilnahme aus.

Es ist für uns noch nicht begreifbar, dass Clubkamerad Werner nicht mehr da sein wird. Sieben Jahrzehnte im Club – solange wie kaum ein anderer – haben eine tiefe Verbundenheit entstehen lassen.

Das auch deshalb, weil Werner großen Anteil am Clubgeschehen nahm und durch seine Tatkraft, Entschlossenheit und persönlichen Einsatz den Club beim Aufbau, bei Ausstattung und Weiterentwicklung unterstützte.

Er hat Clubmitgliedschaft nicht nur als Teilnehmer, sondern als Gestalter verstanden. Das hebt ihn über andere hinaus. Der Club hat das anerkannt – zu Recht wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

Seine Werke – wir denken, ohne anderes zu vergessen, an das Ruderbecken, die Clubraumerweiterung, den Rennachter – bleiben erhalten und dienen dem Club noch Jahrzehnte.

Sein Lachen, wenn es auf der Barke hieß: „ohne Kraft“, wird uns fehlen.

Ein Glücksfall, wie er immer wieder betonte, war das Kennenlernen seiner Frau Helga, geb. Schlier,  unmittelbar nach dem Eintreffen in Würzburg. Ein erfolgreiches Team entstand, das die Widrigkeiten des Kriegsendes, den Mangel an Baumaterialien, die unendlichen Schwierigkeiten eines Neubeginns erfolgreich meisterte. Man erlebte sie immer gemeinsam, vorbildlich für uns alle.

Werner erhielt höchste Auszeichnungen für seine Tätigkeit und die Arbeit in zahlreichen Institutionen. Werner und Helga, die auch bestens zu Feiern wussten, vergaßen nie ihre soziale Verantwortung.

Werner ist wert, dass sein Andenken bei uns erhalten bleibt.

Die Vorstandschaft

Bild: Dirigent Werner am 95. Geburtstag

Corona-Verfügung des Freistaats: Auch Rudern ist verboten

„Ich fahre doch nur im Einer alleine.“ Oder: „Das ist doch wie Radfahren – nur auf dem Wasser.“ Es ist für die Rudervereine nicht immer einfach, die Verfügung der Staatsregierung durchzusetzen, nach der alle Sportanlagen geschlossen sind – zu Land und auf dem Wasser. Es gibt viele Diskussionen und einige wollen ganz schlau sein. Dabei geht es den anderen Sportarten genauso. Der Verzicht fällt allen schwer.

Deshalb hier die Klarstellung gemäß der Allgemeinverfügung der Staatsregierung:

In Bayern gilt eine Schließung von Sport- und Freizeiteinrichtungen. Hierunter fallen sämtliche Einrichtungen der Rudervereine, die dem Gemeinschafts- oder Sportbetrieb dienen. Das sind   Vereinsräume, Bootshäuser, Steganlage, Sporträume, Umkleiden. Hier ist zu erwarten, dass die Regelungen seitens der Ordnungsbehörden und Gesundheitsämter sehr streng ausgelegt werden und eher mehr als unzulässig angesehen wird.

Diese Schließung ist den Mitglieder in geeigneter Form mitzuteilen.
Verstöße können als Ordnungswidrigkeiten und auch Straftaten geahndet werden.

Thomas Stamm: „Wer sich nicht daran hält, der schadet nicht nur seinem Verein, sondern insgesamt auch dem Rudersport.“

Deshalb der dringende Aufruf an alle Vereine, ihre Einrichtungen zu schließen und jede Benutzung bis auf weiteres zu untersagen. Das gilt auch für Privatboote.

Aktuelle Informationen finden Sie auf der Homepage des BRV: www.ruderverband.de

Quelle: Bayrische Ruderverband

Nachruf auf Siegfried Braun

Leider müssen wir von unserem Clubkameraden

Siegfried Braun

geb. 10.12.1936, gest. 21.1.2020,

Abschied nehmen. Noch Anfang Dezember konnten wir gemeinsam seinen 83. Geburtstag in einer kleinen freundschaftlichen Runde feiern. 

Er kam 1960 in den Club und begann neben den wöchentlichen Ruderfahrten das Wanderrudern, er machte das mit großer Begeisterung. Er lernte seine Frau Ulla kennen, mit der er in den folgenden Jahrzehnten den Club tatkräftig unterstützte. Dafür erhielt er verschiedene Auszeichnungen des ARCW.

Neben regelmäßiger finanzieller Unterstützung sind uns drei besondere Begegnungen im Gedächtnis:

Sie pflanzten einen Baum. Die Buche steht heute prächtig gedeihend neben den drei Kastanien, also an dem Platz im ARCW, der für Geselligkeit, Kameradschaft und Freundschaft steht. 

Sie erinnerten an führende Persönlichkeiten des Clubs. Sie stifteten einen Pokal mit Einzelplaketten für alle Vorsitzenden, alle AHV-Präsidenten und alle Kaffeekranz-Präsidentinnen. Zur Zeit beim Goldschmied Amberger zur Ergänzung, wird er in Kürze wieder die Ehrenvitrine des Clubs beziehen. 

Das Boot „Ulla Braun“. Ulla und Sigi legten den Grundstock, 2008 konnte ein Gig-Doppelvierer m.St. getauft werden. Es ist das beliebteste Boot im Breitensport, ist es doch gutmütig, zuverlässig und bestens zu handhaben.

Passen diese Eigenschaften nicht vortrefflich zu Sigi und Ulla?  Beide haben den Club mitgeprägt. Sie sind ein Stück des ARCW. Dass der Club gut gedeiht, ist auch ihr Verdienst.  Der Abschied fällt nicht leicht, aber die Freude über jahrzehntelanges Miteinander überwiegt. 

Wir sagen der Tochter Karen-Anke, dem Schwiegersohn Rüdiger, dem Enkel Eric sowie Sigis Schwester und Schwager Gustl Rosenow mit Familien unsere herzliche Anteilnahme.

Die Vorstandschaft

AHV-Spargelsessen

Am 1.6.2019 fand in Sommerach im Gasthaus „Zum Schwan“ das diesjährige Spargelsessen statt.Um 15.00 h fuhren wir mit dem Bus von Würzburg nach Gaibach. Dort besichtigten wir u.a. im Schloss Gaibach den Konstitutionssaal und wir erfuhren, dass dieses Schloss heute ein Gymnasium mit Internat ist und ca. 1.400 Schülern beherbergt. 
Nach dieser Besichtigung  ging es in die gegenüberliegende Kirche. Dort wurden wir von Dr. Klaus Riedl an Hand des Schönbornbildes in die Familiengeschichte der Schönborns eingeführt.Der Spargel wartete auf uns und durstig und hungrig strebten wir zum Gasthaus „Zum Schwan“. Kurz von 20 h traten wir frohgelaunt die Heimfahrt an. Wir, das waren 40 Teilnehmer, die einen schönen Nachmittag und Abend erlebten. 

Regensburger Ruderregatta 2019

Am Wochenende waren wir ARCW-Kinder auf der Regatta Regensburg. Kurze Zusammenfassung gefällig? Hier ist sie: Hinfahren, einrichten, einschlafen, (zu früh) aufstehen, Rennen/Anfeuern den ganzen Tag, Nachmittags Abbruch wegen Gewitter, Italiener (nicht der Trainer), very intellektuelle Diskussionen über Qualität von Schlafsäcken, Einschlafen, Aufstehen, Zusammenpacken, wieder Rennen,Nachmittags dann
Boote zusammengepackt und um 20:00 in Würzburg ankommen.

Ach ja, unser Mädelszweier Anne/Julia haben 3 mal gewonnen und zwei Pokale abgesahnt und Kim/Lisa waren Sieger der Herzen und hatten auf ihrer ersten Regatta mit sehr schwierigen Wetterbedingungen zu kämpfen.

Felix

Allerheiligen-Gräberrundgang mit AHV-Aufwärmessen

Der traditionelle Gräberrundgang führte dieses Jahr auf die Friedhöfe in Heidingsfeld, Rimpar, Hettstadt, Roßbach, Sommerhausen, Gelchsheim, auf den Waldfriedhof und schließlich an Allerheiligen selbst mit einer ARCW-Gruppe auf den Würzburger Hauptfriedhof. Wie immer wurde am Gedenkstein auf dem „Bayerngelände“ für unser Mitglied und ehemaligen WRGB-Vorsitzenden Dr. Wolfgang Estler, dessen Grab in Schweinfurt ist, ein Kränzchen abgelegt.

Danke an alle, die auf dem Hauptfriedhof dabei waren, vom 4jährigen Markus Wimmer bis zu unserem 81jährigen Ehrenmitglied Reinhard Keller. Besonders erwähnenswert, dass uns auch Günter Markert begleitete und Horst uns wie immer zielgerichtet und informativ führte.

Das Wetter war erträglich, aber mit der Zeit doch ziemlich kalt. Deshalb waren alle froh, dass die AHV, das heißt Viko und diesmal besonders Babs mit Familie, nämlich Ehemann Peter, Sohn Sebastian, Schwiegertochter Kerstin und Enkel Johannes, Marlene und Theresa, uns  anschließend mit einer Bouillon aufwärmten. Weiter wurden wir dann mit dem obligatorischen  Sauerkrautessen und köstlicher Nachspeise verwöhnt. Die anwesenden 8 Kinder halfen eifrig beim Servieren und Abräumen mit und alle waren an diesem Feiertag nach aufkommender Herbstsonne zufrieden.

Wir haben natürlich volles Verständnis, dass Viko und Ursi andere Aufgaben zu erfüllen hatten, sie wurden inzwischen wieder Großeltern und wir gratulieren ihnen, ihrer Tochter Andrea und natürlich allen Familienmitgliedern ganz herzlich und wünschen alles Gute!

Nachruf auf Prof. Dr. Hubert Frohmüller

Am 5.10.2018 verstarb unser Ruderkamerad

Prof. Dr. Hubert Frohmüller

im Alter von 90 Jahren.

 

 

Er trat 1949 als Student (gebürtiger Heidingsfelder) in den ARCW ein und interessierte sich schnell für den Rennsport.

Trotz der damaligen Schwierigkeiten kurz nach Kriegsende konnte der ARCW (am 1.10.1947 als RCW wieder gegründet) ein improvisiertes Training für begeisterte junge Leute anbieten. Hubert nahm sofort teil und fuhr – für damalige Verhältnisse – zahlreiche Rennen. Höhepunkt war 1953 der Gewinn der Deutschen Hochschulmeisterschaft im Riemenvierer mit Steuermann mit den Ruderkameraden Friedrich Heeger, Hubert Schmitt, Werner Mohler, Stm. Ernst Herb, die erste nationale Meisterschaft nach dem Krieg. Hier zeigte sich die Leistungsbereitschaft, der Siegeswille, das Einordnen in eine Mannschaft, aber auch das Rudertalent. Hatte die Mannschaft doch ein schwieriges Boot, den „Jubilar“, schmal und kippelig und nur mit Präzision fahrbar (spätere Ruderer wollten das Boot nicht, es wurde in den 70er Jahren zum Doppelvierer umgebaut).

Wie sehr Hubert vom Rudersport begeistert war, zeigte ein „Rüffel“ seines Professors, „er müsse sich jetzt entscheiden: Studium oder Rudern“!

Nach dem Gewinn des „Hochschulvierers“ stand – wie sollte es anders ein – das Studium bzw. der Beruf im Vordergrund. Erste Stationen waren das Pathologische Institut und die Medizinische Poliklinik. 1958 kam er an die weltbekannte Mayo-Klinik in Rochester, wo er seine klinische und wissenschaftliche Ausbildung erhielt.

Nach 4 Jahren kehre er zurück nach Deutschland, zunächst nach München (Facharzt für Urologie), 1966 Habilitation an der Uni Würzburg, Leiter der Urologischen Abteilung, 1971 erster Lehrstuhlinhaber für Urologie.

Unter seiner Leitung wurde 1984 als neue Methode das Zertrümmern der Nieren- und Harnleitersteine mit Stoßwellen in Würzburg eingeführt (2. Klinik in Bayern), im gleichen Jahr erfolgte die erste Nierentransplantation.

Prof. Frohmüller führte die Würzburger Klinik zu einem international anerkanntem klinischen und wissenschaftlichen Zentrum. Er widmete sich vor allem Krebserkrankungen und endoskopischen Operationsverfahren. Er begleitete zahlreiche Ehrenämter und erhielt höchste Auszeichnungen, u.a. als einziger Deutscher die Ehre eines „Distinguished Alumnus“ der Mayo-Klinik.

 

Da verblieben für seine Hobbies, wie das Rudern, wenig Zeit. Es war ihm selbstverständlich, den ARCW immer zu unterstützen und der Jugend Wachsen und Gedeihen zu ermöglichen – für die Jugend – pro Juventute.

Bei seinen Besuchen im Club erkundigte er sich sofort: wie geht’s, wie geht´s dem ARCW? Die Berichte und Erfolge nahm er zufrieden zur Kenntnis: Das ist gut so!Diese Worte werden hängen bleiben.

Hubert gehörte zu den Männern und Frauen, die den ARCW gestalten halfen und in die Zukunft führten.

Der Vorstand trug ihm aufgrund seines vorbildlichen Engagements an, die Patenschaft für die Taufe des vor 3 Jahren erworbenen Gig-Achters zu übernehmen. „Habe ich das verdient?“ Ja, und er taufte das Boot in dem Bewusstsein, ein Stück Zukunft für den ARCW zu schaffen. Dankbarkeit und auch ein wenig Stolz erfüllten ihn.

Und wenn wir den Achter für eine Ruderfahrt aus dem Lager holen, schwingt bei vielen der Name Hubert mit. Die Erinnerung wird uns Jahrzehnte begleiten.

Wir sprechen seiner Frau Inge, der Tochter Christiane, den Söhnen Stefan und Ivo sowie der ganzen Familie unsere herzliche Anteilnahme aus.

 

Horst Laugwitz